Swoopo - wie stehe ich dazu? Meinungsaustausch über ein heiß diskutiertes Auktionsportal.
Schon gestern habe ich einen Bericht über Swoopo verfasst, sehr zum einen sehr positiv, zum anderen sehr negativ aufgefasst wurde. Diese Zwiespältigkeit in unserer Gesellschaft ist für mich Anlass genug, über dieses Auktionsportal eine eigene Kategorie hier auf Techfacts zu eröffnen. Zuerst möchte ich Swoopo genauer vorstellen. Bei Swoopo "gewinnt jeder", erklärt schon die Startseite des Entertainment Shopping Portals. Die Funktionsweise dieses Portals ist einfach wie simpel: wer ein Schnäppchen ersteigern möchte, kauft sich zuerst sogenannte Bids über die angebotenen BigPacks, die ab 10 Euro erhältlich sind. Diese Bids haben auf Swoopo einen reellen Gegenwert, nämlich genau 50 Cent. Für jedes Gebot, das man abgeben möchte, zahlt man einmalig 50 Cent.
Nur dadurch ist es überhaupt möglich, Schnäppchen wie zum Beispiel einen Flachbildfernseher oder die neue Playstation 3 Slim abzuräumen. Die günstigen Preise werden erzielt, weil jedes Gebot den Preis nicht um 50 Cent erhöhen, sondern nur um einen Bruchteil dieses Einsatzes - je nach Auktionstyp steigt der Preis beispielsweise nur um 2 Cent je Gebot.
Natürlich steckt hinter Swoopo mehr: die Kritiker meinen, Swoopo betrügt und zockt die gutgläubigen User ab, die bereits glücklichen Gewinner einer Auktion schwärmen von diesem Auktionshaus. Selbstverständlich möchte Swoopo einen gewissen Umsatz für sich behalten, dann ist es auch vollkommen in Ordnung, dass den eigentlichen Gewinn Swoopo für sich behält. Wir leben in Zeiten der freien Marktwirtschaft und das Entertainment Shopping Auktionshaus macht letztendlich nichts anderes als eBay auch: Umsatz durch eine wahnsinnig gute und beliebte Möglichkeit, Schnäppchen zu ergattern. Es ist doch eigentlich wie 9Live - die einen rufen so oft an und kommen nicht einmal durch. Bei Swoopo hingegen kommt jeder durch - wenn man das so ausdrücken möchte - jeder hat die reelle Gewinnchance. Aber ein wichtiger Punkt ist die eigene Vernunft, denn man darf auf keinen Fall davon ausgehen, dass man sich 500 Bids für 250 Euro kauft, um einen brandneuen BMW für lächerliche 1000 Euro abzukassieren. Wer bitte schön geht mit dem Ziel zu einer Pokerrunde unter Freude, das ganz große Geld oder den ganz großen Gewinn zu kassieren? Ich finde keiner, deswegen ist und bleibt für mich Swoopo reiner Spaß, der vernünftig kontrolliert und mit Setzen eines Limits sehr unterhaltsam und durchaus lohnenswert sein kann.
Mein Fazit ist, dass Swoopo nicht als die große Möglichkeit, Gewinne zu kassieren, angesehen werden sollte. Wer sich nun fragen sollte, warum ich nicht gegen die hohen Einnahmen von Swoopo bin und nicht finde, dass diese innovative Idee verboten werden sollte, dem möchte ich folgendes erklären: jedes Unternehmen versucht durch irgendwelche Möglichkeiten, Benutzer und Kunden abzuzocken. Das fängt schon beim Bäcker, der das Brötchen lieber mit künstlichem statt echtem Käse belegt an. Was zahlt die Telekom für die Bereitstellung eines Telefonanschlusses? Nicht viel, dennoch "zockt" man den Interessenten mit 50 Euro ab.
Ich möchte mit meinen Artikeln über Swoopo eine Diskussionbasis schaffen, die anscheinend schon recht gut funktioniert. Deswegen eröffne ich hiermit eine Art Blogparade, bei der sich jeder Blogger beteiligen kann. Es gibt keine Vorschriften für die Teilnahme, aber es wäre sinnvoll, wenn man den Link seines eigenen Artikel in den Kommentaren postet oder einen Trackback setzt.
Ein Ende setze ich dieser Blogparade übrigens keines, da ich finde, dass Swoopo noch sehr lange heiß diskutiert sein wird. Es kann also jeder wann auch immer teilnehmen, um seine Meinung über Swoopo zu äußern.