IT-Berufe

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Die Berufe der IT-Branche unterteilen sich in akademische Berufe, Berufe mit einer geregelten Ausbildung und nicht geschützte Berufe wie etwa Web-Designer. Eine anerkannte, klassisch-duale Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBIG) gibt es nur für vier Berufe: den Fachinformatiker mit den beiden Fachrichtungen Anwendungsentwicklung und Systemintegration, den Informatikkaufmann, den IT-Systemelektroniker und den IT-Systemkaufmann.

Informationstechnik – Arbeit ohne Ende (Bild: BerufeNET)

Informationstechnik – Arbeit ohne Ende (Bild: BerufeNET)

Die bundesweit geregelte Ausbildung zu diesen vier IT-Berufen umfasst eine schulische und eine sie begleitende betriebliche Ausbildung. Sie findet in Industrie-, Handels- und Handwerksbetrieben statt, die Produkte und Dienstleistungen der Informations- und Telekommunikationstechnik anbieten. Die für alle IT-Berufe gemeinsamen Kernqualifikationen werden dabei durch berufsspezifische Fachqualifikationen ergänzt. Ziel ist dabei ein berufsübergreifendes Verständnis der unterschiedlichen Techniken.

Die Ausbildungsgänge dauern in der Regel drei Jahre. Bei guten schulischen Leistungen kann die Ausbildung mit Einverständnis des Unternehmens um bis zu einem Jahr verkürzt, bei einem geringer wertigen Schulabschluss um bis zu einem halben Jahr verlängert werden.

Fachinformatiker/-in

Wer einen Computer besitzt, will ihn auch sinnvoll einsetzen. Diesen Einsatz sicherzustellen ist die Aufgabe des Fachinformatikers. Sein Aufgabengebiet reicht dabei von der Beratung über die Bedarfsanalyse bis zur Entwicklung und Wartung von Softwarelösungen. Bildet sich der Fachinformatiker entsprechend weiter, kann er auch die Tätigkeiten eines Systemadministrators übernehmen.

Berufsfelder

Fachinformatiker arbeiten sowohl projektbezogen und als auch im Team in Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnik, beispielsweise bei IT-Systemherstellern, in Hard- und Softwarehäusern, in der EDV-Abteilung von Betrieben, im eigenen Büro oder vor Ort beim Kunden.

Zwei Fachrichtungen

Je nach Aufgabenbereich werden Fachinformatiker in einer der beiden folgenden Fachrichtungen ausgebildet: Fachinformatiker für Systemintegration und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung.

Fachinformatiker/-in für Systemintegration

Ob Client/Server-System oder Mehrbenutzersysteme im eigenen Unternehmen oder im Auftrag des Kunden: Der Fachinformatiker für Systemintegration konzipiert und realisiert komplexe Systeme der Informations- und Telekommunikationstechnik durch die Integration von Softwarekomponenten.

Dank seiner technischen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Fähigkeiten ist er dabei im Stande, IT-Probleme zu analysieren und kundenspezifische Lösungen zu entwickeln. Er installiert und konfiguriert die betreffenden Systeme, nimmt sie in Betrieb, administriert sie und behebt Fehler. Dabei setzt er Methoden der Projektplanung, der Projektdurchführung und der Projektkontrolle ein.

Im Rahmen seiner Projekte präsentiert er auch Systemlösungen und steht für die Beratung, Betreuung und Schulung der Benutzer zur Verfügung.

Fachinformatiker/-in für Anwendungsentwicklung

Typische Fachqualifikationen des Fachinformatikers für Anwendungsentwicklung sind die Konzeption und Realisierung kundenspezifischer Softwareanwendungen sowie der Test, die Dokumentation, die Modifikation und die Präsentation solcher Anwendungen. Dabei setzt auch er Methoden der Projektplanung, Projektdurchführung und Projektkontrolle ein. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Programmierung von Softwaretools, das Applikationsmanagement, die Produktbereitstellung, das Anwendungs- und Kommunikationsdesign, die Fehlerbeseitigung sowie die Beratung und die Schulung der Anwender.

Was verdient ein Fachinformatiker?

Wie in anderen Berufen hängt das Gehalt auch bei Fachinformatikern/innen von der Berufserfahrung ab. Mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt es im Schnitt 2.247 Euro, bei 10 bis 14 Jahren Berufserfahrung rund 3.001 Euro und bei über 20 Jahren Berufserfahrung rund 3.619 Euro im Monat.

mehr über den Beruf des Fachinformatikers erfahren

IT-Systemelektroniker/-in

Der IT-Systemelektroniker zählt zu den Elektrofachkräften. Er ist in erster Linie für die technische Planung und Durchführung von IT-Projekten verantwortlich und arbeitet dabei häufig direkt beim Kunden.

Der IT-Systemelektroniker plant bzw. installiert kundenspezifische Systeme der IT-Technik, konfiguriert sie und nimmt sie in Betrieb. Er wartet die Systeme, analysiert Fehler und beseitigt Störungen. Daneben berät und schult er die Kunden.

Berufsfelder

Seinen Arbeitsplatz hat der IT-Systemelektroniker überwiegend in Unternehmen der Informations- und Telekommunikationstechnik: bei Herstellern und Betreibern von Telekommunikationsanlagen und -netzen, bei Installationsbetrieben für Sicherheitstechnik und in Einzelhandelsunternehmen, die kundenspezifische Hardwarekonfigurationen anbieten.

Was verdient ein IT-Systemelektroniker?

Das durchschnittliche Gehalt eines IT-Systemelektronikers liegt je nach Bundesland und Qualifikation bei 2.400 bis 2.900 Euro monatlich.

weitere Informationen über IT-Systemelektroniker

Informatikkaufmann/-frau

Der Informatikkaufmann beschafft und verwaltet informations- und telekommunikationstechnische Systeme. Dazu ermittelt er die Benutzeranforderungen, plant und erstellt Anwendungslösungen und berät und schult die Anwender. Außerdem ist er für die Wirtschaftlichkeit und für die kundenorientierte Organisation von Projekten zur Einführung und Erweiterung von IT-Systemen verantwortlich. Diese Arbeiten finden hauptsächlich im Einkauf, im Vertrieb und der Beratung statt. Auch die Marktbeobachtung für informations- und telekommunikationstechnische Systeme sowie die Durchführung von Marketingmaßnahmen zählen zu seinen Aufgaben.

Berufsfelder

Informatikkaufleute arbeiten in Unternehmen fast aller Wirtschaftsbereiche, vor allem aber in der IT-Branche. Außerdem sind sie für Unternehmen tätig, die Informations- und Kommunikationssysteme zur Abwicklung von Geschäftsprozessen einsetzen.

Was verdient ein Informatikkaufmann?

Informatikkaufleute verdienen als Einsteiger je nach Region etwa 1.400 bis 1.700 Euro und als ausgelernte Arbeitskraft durchschnittlich 2.390 Euro bis 2.626 Euro monatlich.

nähere Erläuterungen zum Beruf der Informatikkaufleute

IT-Systemkaufmann/-frau

IT-Systemkaufleute konzipieren und realisieren kundenspezifische Systemlösungen der IT-Technik. Sie beraten und schulen Kunden, konzipieren Marketingstrategien, arbeiten Angebote aus und rechnen Aufträge ab.

Berufsfelder

IT-Systemkaufleute arbeiten in erster Linie in der IT-Branche, z.B. in der Softwareberatung, der Softwareherstellung und bei Datenverarbeitungsdiensten. Außerdem sind Sie bei Herstellern von Informations- und Telekommunikationstechnik und für Unternehmensberatungen im Bereich EDV-Beratung tätig.

Was verdient ein IT-Systemkaufmann?

Der Verdienst von IT Systemkaufleuten liegt im bundesdeutschen Durchschnitt zwischen 2.390 Euro und 2.626 Euro brutto.

Berufsdetails des IT-Systemkaufmanns im Überblick

Sonstige IT-Berufe

Neben diesen vier „klassischen“ IT-Ausbildungsberufen gibt es eine ganze Reihe weiterer IT-Berufe, von denen hier nur vier kurz skizziert seien:

Mathematisch-technische Software-Entwickler/-in

Wer in keinem der vier IT-Berufe eine Ausbildung machen will, aber über eine ausgeprägte mathematische Begabung verfügt und Spaß am Programmieren hat, dem bietet die duale Berufsausbildung seit dem 1. August 2007 eine Alternative: "Mathematisch-technischer Software-Entwickler“ (MATSE) ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf für Jugendliche, die mit Hilfe mathematischer Modelle und Methoden anspruchsvolle Probleme aus den Bereichen Technik, Naturwissenschaften und Wirtschaft lösen wollen. MATSE zeichnet sich vor allem durch seine Kernkompetenzen in den Bereichen Mathematik und Informatik aus.

IT-Systemadministrator/-in

Dieser Beruf befasst sich mit vielerlei Tätigkeiten rund um Computer und Computersysteme. Der Systemadministrator plant, konfiguriert, betreibt und pflegt Netzwerke und IT-Systeme, verwaltet Server und Anwendungen, beseitigt Störungen und bestimmt Nutzerkonten und deren Zugriffsrechte. Ähnlich wie andere Berufsbilder aus dem IT-Segment sind IT-Systemadministratoren vorwiegend als Kundenbetreuer und Berater tätig.

IT-Berater/-in

IT-Berater/innen akquirieren und realisieren IT Projekte. Sie bewerten IT-Systeme, leiten und gestalten daraus resultierende Veränderungsprozesse in den Unternehmen und schlagen Lösungen vor. Außerdem organisieren sie Arbeits- und Systemabläufe, planen oder überwachen deren Umsetzung beim Kunden. modellieren Geschäftsprozesse, erstellen Angebote, erarbeiten Informatikstrategien, erstellen Studien zur Durchführung und managen Dokumentationen, Präsentationen etc.

Wirtschaftsinformatiker-/in (staatlich geprüft)

Staatlich geprüfte Wirtschaftsinformatiker/-innen sind für die Entwicklung und Betreuung betrieblicher Informationssysteme verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören das Programmieren betriebswirtschaftlicher Anwendungen, die Erstellung webbasierter Informations- und Wissensmanagement-Systeme und die Konstruktion von Datenbanken. Außerdem beraten sie – vor allem beim Kauf von Software und Hardware – sowohl Kunden als auch die jeweiligen Inhouse-Abteilungen.

Gehaltsvergleich verschiedener IT-Berufe

Keine Bevorzugung beruflich ausgebildeter Fachleute

Obwohl die genannten vier Ausbildungsberufe schon1978 festgelegt wurden, hat sich die bevorzugte Einstellung qualifiziert ausgebildeter Arbeitnehmer in der IT Branche bis heute nicht wirklich durchgesetzt. Die Bewerbung von Autodidakten und Personen mit dem Zertifikat einer Fachschule oder einer Industrie- und Handelskammer hat daher oft die gleiche Chance wie die beruflich ausgebildeter Fachleute. Überhaupt steht den Absolventen der Informationstechnik die Zukunft sperrangelweit weit offen.

Beste Zukunftsaussichten

Wie eine Umfrage des Verbands der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) ergab, benötigen vier von fünf Hochschulabsolventen weniger als zehn Bewerbungsschreiben bis zum Berufsstart. Erstaunlich: Frauen sind bei der Bewerbung zwar häufig erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen, haben im Job aber das Gefühl, dass ihre Arbeit weniger Anerkennung findet und ihnen Führungspositionen vorenthalten werden. Die Umfrage bestätigt das: Während nur 8 Prozent der befragten weiblichen Berufseinsteiger mit Personalverantwortung betraut wurden, waren es bei den Männern 15 Prozent. Diese unterschiedliche Behandlung ist umso unverständlicher als 90 Prozent der VDE-Mitgliedsunternehmen befürchten, dass sie ihren Bedarf an IT-Spezialisten in Zukunft kaum ausreichend decken können.