Rammstein Ticketverkauf: Schneller Ausverkauf kurbelt Schwarzmarkt an

Dass Rammstein Kult ist, zeigt die Tatsache, dass die aktuelle Tour der Band „Made In Germany 1995 – 2011“ binnen wenigen Stunden ausverkauft war; in Leipzig etwa wechselten 22.000 Tickets für zwei Konzerte innerhalb von 24 Stunden den Besitzer. Reste sind für weitere Deutschlandkonzerte noch zu haben, die allerdings sind teuer. Und kurbeln den Schwarzmarkt an.

Rammstein beim Big Day Out Melbourne 2011 (Bild: flickr.com/MandyHallMedia)
Rammstein beim Big Day Out Melbourne 2011 (Bild: flickr.com/MandyHallMedia)

Mit einem Aufruf wendet sich die Band Rammstein selbst an ihre Fans, um den Schwarzhandel ihrer Tickets zu unterbinden. Liegen die Originalpreise bei zirka 56 bis 78 Euro, warnen die Musiker vor Preisen, die 200 bis 600 Prozent höher liegen. Ein in die Tickets integrierter Schutzmechanismus soll dabei helfen, den illegalen Handel mit den Konzertkarten zu verhindern – leider klappt das nicht immer.

Personalisierung gegen Schwarzhandel

Haben Fans Tickets für die Tour von Rammstein gekauft, haben sie ihre persönlichen Daten angeben müssen. Die Konzertkarten werden nämlich ausschließlich personalisiert ausgestellt und werden Tickets vom Schwarzmarkt erworben, können diese nicht auf den Käufer ausgestellt sein, der im schlimmsten Fall eine Menge Geld verloren hat und nicht ins Konzert kommt. Dieses Kontrollsystem, bei dem die Tickets während des Einlasses ins Konzert mit den Daten auf dem Ausweis abgeglichen werden, wurde 2009 eingeführt. Es beinhaltet, dass sechs Tickets pro Person erworben werden können – die persönlichen Daten müssen für alle, für die die Karten gekauft werden, hinterlegt werden. Sollte ein Käufer nicht am Konzert teilnehmen können, besteht die Möglichkeit, die Karten für sieben Euro auf andere Personen zu übertragen.

Das ist allerdings auch den Schwarzmarkthändlern bekannt – das gänzliche Vermeiden dieser illegalen Vertriebswege funktioniert also nicht. Die eigens dafür entwickelte Verkaufsdatenbank steht allerdings unter Beobachtung: Mit regelmäßigen Scans dieser wollen die Veranstalter Kaufmuster ausmachen, um so etwa herauszufinden, wenn gefälschte Ausweise zum Kauf von mehr als sechs Karten genutzt werden. Durch einen Barcode, der die personalisierten Daten enthält, werden beim Konzerteinlass die Daten abgeglichen. Wie in oben erwähntem Aufruf zu lesen ist, bitten Bandmitglieder und Veranstalter auch die Fans um Hilfe: Fallen Schwarzmarkthändler durch überteuerte Preise auf, sollen potenzielle Käufer diese melden, damit gerichtliche Schritte unternommen werden können.

Preisentwicklung der Konzerttickets

Wie überall bestimmen auch bei Konzerttickets im Allgemeinen Angebot und Nachfrage die Preise mit. Die grundsätzlichen Ticketpreise sind natürlich vorgegeben, aber je rarer die Plätze, umso dreister werden die Schwarzhändler: Wie eingangs erwähnt, sind Aufschläge von bis zu 600 Prozent möglich, wenn Konzerte ausverkauft sind. Online-Auktionshändler wie eBay, Kleinanzeigenmärkte oder Foren sind ein Mekka für den Schwarzmarkt: Zwar liegen die Startgebote oft bei nur einem Euro, aber die Händler spekulieren auf die Begehrtheit der Tickets, sodass selbige gerne mal für 150 – 250 Euro ihren Besitzer wechseln. Ein hoher Preis, den einige Fans der Marktschädigung zum Trotz bereit sind, für ihre Pyro-Helden zu zahlen – auf die Gefahr hin allerdings, nicht ins Konzert zu kommen, da die Personalisierung beim Scan nicht übereinstimmt, nicht gerade empfehlenswert.

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