Steuergelder: Interaktiver Atlas zeigt Verschwendungen auf

Pünktlich zum Super-Wahljahr 2011 bringt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft einen Online-Verschwender-Atlas heraus. In diesem kann der Bürger genau nachvollziehen, wo in der Republik Steuergelder verschwendet worden sind. Unter Verschwendungsatlas.de sind die Steuersünden zu bestaunen.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat heute den Online-Verschwender-Atlas gelauncht. (Bild: INSM)
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat heute den Online-Verschwender-Atlas gelauncht. (Bild: INSM)

Über einige ausgegebene Steuergelder kann man bekanntlich immer streiten. Bei einigen kann der Bürger allerdings nur noch den Kopf schütteln. So etwa über die Wurm-Affäre von Bergen auf Rügen. Denn wenn es um Fußball geht, scheint die Stadt Bergen sich nicht lumpen zu lassen. Vor einigen Jahren wurde das Stadion für zwei Millionen Euro saniert. Nachdem trotz Sanierung der Rasen, gerade bei starkem Regen, unbespielbar war, entschloss man sich einer nicht wirklich nachvollziehbaren Behandlung. Man setzte 200.000 Regenwürmer der Sorte "Dutch Nightcrawler" auf das Grün an. Außer haufenweise Kot an der Oberfläche, brachte die knapp 7000 Euro teure Behandlung nichts ein. Um den Platz wenigstens bespielbar zu machen, braute man kurzerhand Kunstrasen ein - alles für eine schlappe Million. Andere Fälle beispielsweise berichten von Fußwegen, die im Nichts enden.

Riesenwelle der Empörung

Im Verschwendungsatlas sind bereits über 100 solcher Beispiele erfasst, die sich unter anderem aus den Berichten der Bundes- und Landesrechnungshöfe und dem aktuellen Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler ergeben. Jeder kann den Atlas ab sofort durch eigene Eintragungen ergänzen. Diese werden dann von Redakteuren geprüft. Das Projekt könnte eine Welle schlagen, die gerade im Super-Wahljahr, den einen oder anderen von den Füßen holt. Der interaktive Atlas ist "noch" nicht überladen. Wo mehrere Ereignisse notiert worden sind, ist lediglich die Anzahl hinterlegt. Bei den einzelnen Verschwendungen öffnet sich ein Popup.

Interessant sind gerade die Projekte der Kommunen und Gemeinden. Diese müssen meist zum Ende des Jahres Gelder ausgegeben, damit sie diese Ausgaben im kommenden Jahr wieder beantragen können. Das führt natürlich auch zu nicht nachvollziehbaren Geldverschwendungen, die auf der Karte genau festgehalten werden. Wenn jetzt also noch die Bürger am Projekt mitwirken, könnte das Wahljahr für alle Politiker ein sehr anstrengendes werden.

Hinterlasse eine Antwort