Wikileaks: Twitter soll keine Nutzerdaten mehr speichern

Wikileaks ist wieder da! Die Enthüllungsplattform will Twitter dazu bringen, keine Nutzerdaten mehr zu speichern. Behörden können Twitter und andere Onlinedienste dazu zwingen, Nutzerdaten herauszugeben. Mithilfe einer Kampagne soll der Nachrichtendienst dazu bewegt werden, keine Daten mehr dauerhaft zu speichern. Den USA dürfte das nicht gefallen.

Wikileaks will Twitter dazu bringen, keine Nutzerdaten mehr zu speichern und weiterzugeben. (Bild: Markus Henkel)
Wikileaks will Twitter dazu bringen, keine Nutzerdaten mehr zu speichern und weiterzugeben. (Bild: Markus Henkel)

Still ist es um die Enthüllungsplattform Wikileaks geworden. Nun meldet sich die Plattform zurück und will einem Prominenten Internet-Dienst unter die Arme greifen. In Sachen Datenschutz ist Twitter nämlich ein wenig unsicher. Beispiel: Birgitta Jónsdóttir gehörte zu den Twitternutzern, deren Daten der Dienst an die US-Behörden herausgeben musste. Sie selbst gehört dem Parlament aus Reykjavik an, das Wikileaks unterstützt und offiziell auch dabei tatkräftig geholfen hat, Daten und deren Überbringer zu schützen. Da die US-Behörden den Kurznachrichtendienst immer häufiger dazu zwängen, Nutzerdaten herauszugeben, solle Twitter seine Speicherpraxis überarbeiten, lautet die Forderung - natürlich via Twitter.

Twitter und die "NOLOGS"

"Given that police are increasingly issuing subpoenas to Twitter, join us in requesting twitter change their data retention policy" ist dort in einem Tweet zu lesen. Der Trick ist einfach: Was nicht gespeichert wird, kann auch nicht herausgegeben werden. Der Hashtag hinter der Nachricht lautete "NOLOGS - keine Speicherung". Was war passiert? Das US-Justizministerium hatte Ende 2010 eine gerichtliche Vorladung gegen Twitter erwirkt. Das Unternehmen wurde gezwungen, Daten von drei Twitternutzern herauszugeben, darunter IP-Adressen, die bei der Benutzung von Twitter gespeichert worden waren, Klar- und Profilnamen, E-Mail- und andere Adressen.

Die Befürworter liefen Sturm und sogar die Presse konnte sich einige Kommentare gegen die USA nicht verkneifen. Ebenfalls betroffen sind der Niederländer und ebenfalls Politiker Rop Gonggrijp sowie der Programmierer Jacob Appelbaum. Alle drei hatten sich noch dagegen gewehrt, doch genutzt hat es nichts. Eigentlich hätte Twitter die drei über das Urteil zur Herausgabe der Daten nicht einmal informieren dürfen. Das Unternehmen setzte sich dagegen aber gerichtlich zur Wehr und bekam zumindest in dieser Hinsicht Recht. Man darf also gespannt sein, wie sich Twitter und Wikileaks zusammenfinden.

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