Zwitschernde Stars und profilierende Promis

Den Boulevard-Medien größte Konkurrenz machend, sind Promis längst schon Teil von Twitter, Facebook und Co., um zwischen Peinlichkeiten bis tatsächlichen Infos alles Erdenkliche mitzuteilen und um mit ihren Fans ins Gespräch zu kommen. Für Jane Fonda sind Twitter und Facebook sogar Teil ihres Rezepts, jung zu bleiben, erklärte die Schauspielerin kürzlich der Vogue.

Für Jane Fonda (74) sind Facebook und Twitter ein Jungbrunnen (Bild: flickr.com/Rob Young)
Für Jane Fonda (74) sind Facebook und Twitter ein Jungbrunnen (Bild: flickr.com/Rob Young)

Dass das Mitteilungsbedürfnis von Stars und Sternchen recht hoch ist, zeigt sich in Social Networks, insbesondere bei Twitter und Facebook. Dem geneigten Mitleser wird tatsächlich allerhand geboten: Von reinen Neuigkeiten über den Austausch mit den sonst so unerreichbar wirkenden Promis bis hin zu Schlammschlachten, die sie sich untereinander geben – schließlich ist die virtuelle Welt ein Dorf.

Ego-Marketing für die junge Generation

Was Unternehmen für sich schon rausgefunden haben, wissen natürlich auch Promis: Auf Facebook und Twitter folgen einem die Fans auf Schritt und Tritt. Informationen aus erster Hand – das interessiert neben den jüngeren Generationen, Zielgruppe zahlreicher Musik- und Filmstars, natürlich auch Journalisten und so liegt es nahe, dass Prominenz nicht nur aus Kunst und Kultur zwitschert, sondern auch aus der Politik. Dieser Bereich kann nicht nur Trends abklopfen, die für die nächste Wahl bedeutend sein könnten, sondern ist sogar auf dem Weg der Mitbestimmung.

Musiker wie Lady Gaga oder Shakira verbuchen bei Twitter fünf bis zehn Millionen Follower – ein Mix aus Fans, wohl der größte Anteil, Journalisten und Kollegen. Neuigkeiten verbreiten sich deutlich schneller, das Vermarkten wird einfacher – immer mit dem Gefühl für Fans, selbst angesprochen zu werden. Nun sind allerdings auch Promis nur Menschen und so kam es schon zu der einen oder anderen Fehldeutung aufgrund zu großer Interpretationsspielräume oder zu peinlichen Ausrutschern.

Die Schattenseiten für Promis

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid – und das lässt sich auch über Promis sagen, die ihr Leben mehr oder minder ungeniert der Öffentlichkeit darlegen. Dass sich Lenny Kravitz nackt beim Duschen gezeigt hat, hat sicher für Aufregung gesorgt, mehr aber wohl positiver Natur. Die Seifenoper, die Lindsay Lohan bereit war, regelmäßig über sich und Samantha Ronson auf 140 Zeichen auszubreiten, hatte da schon unfeinere Details. Wie interessant es sein mag, dass Oliver Pocher den „Möwenschiss“ auf seinem Auto erwähnt, mag jeder für sich bestimmen.

Fanclub Social Network

Dass das Twitter-Profil des Nachrichtensenders CNN nicht so viele Gefolgsleute ziehen kann wie das von Kutcher und Moore, zeigt ganz klar, dass zwitschernde Stars und profilierende Promis gewollt sind. Sie ersetzen, was einst der Fanclub darstellte. Mit dem wesentlichen Unterschied, dass nicht über den Star berichtet wird, sondern dieser selbst – oder zumindest in seinem Namen – Entertainment für Fans betreibt. Beidseitig entsteht ein „Näher-dran-Gefühl“.

Beliebte Stars in Social Networks

Die 74-jährige Schauspielerin, Autorin und Fitness-Expertin Jane Fonda erklärte kürzlich in einem Vogue-Interview, ihr Blog, Facebook und Twitter würden zu ihrem Jungbrunnen gehören; vor drei Jahren habe sie damit angefangen und sei froh darüber. Jackie Chan und Sylvester Stallone sind genauso vertreten wie Katy Perry oder Eminem – selbst Homer Simpson hat einen Twitter-Account.

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