Google: Steuerbehörde nimmt Ermittlungen auf

Das dürfte Google nicht besonders gefallen. Die US-Steuerbehörde hat Untersuchungen gegen das Unternehmen eingeleitet. Laut eines Berichts von Bloomberg soll der Internal Revenue Service prüfen, ob die von Google angewendete Praxis, jährlich rund eine Milliarde Dollar Gewinn aus den USA und Europa in Länder mit niedrigeren Steuersätzen zu verlagern, rechtmäßig ist. Es geht um mehr als 3,1 Milliarden US-Dollar - umgerechnet 2,3 Milliarden Euro.

Die Steuerbehörde der USA hat Ermittlungen gegen Google eingeleitet, es geht um Milliarden. (Bild: Google)
Die Steuerbehörde der USA hat Ermittlungen gegen Google eingeleitet, es geht um Milliarden. (Bild: Google)

Googles Chefetage dürfte sich zurzeit nicht sehr erfreut zeigen. Auch wenn es nur um ein paar Milliarden geht, höhere Steuerabgaben schmerzen immer. Die US-Steuerbehörde hat ein Ermittlungsverfahren gegen Google eingeleitet. Sie will nun prüfen, ob die Verlagerung von Gewinnen in Ländern mit niedrigen Steuersätzen rechtmäßig ist. In der Praxis sah das bei Google folgender Maßen aus: Die Übertragung der Gewinne, die als "Double Irish" und "Dutch Sandwich" bezeichnet wird, erfolgte über Irland, die Niederlande und Bermuda, um die günstigsten Steuersätze zu erzielen. Im zweiten Quartal habe Googles Steuerrate bei 18,8 Prozent gelegen, heißt es weiter in dem Bericht. Der Durchschnitt betrage in den USA jedoch 39,2 Prozent. Das würde satte 20,4 Prozent Verlust für den Staat ausmachen, einen Gewinn dagegen für Google. Bloomberg spricht von über drei Milliarden US-Dollar, die am Fiskus vorbeigeführt worden sind.

Länder in der Klemme

Laut des Berichtes seien die Tochterunternehmen Googles dem Finanzamt ein Dorn im Auge. So sei das Problem bei der Bewertung von Software und anderem geistigen Eigentum , welches im Ausland lizensiert wurde, zu suchen - über Tochtergesellschaften werden die Gewinne dann einfach im Ausland abgeschrieben. Google selbst hat sich bisher nicht zu den Vorkommnissen geäußert. Vielleicht auch deswegen, weil sich der Internal Revenue Service bisher auch noch nicht zu Wort gemeldet hat.

Doch wie nun bekannt wurde, hat bereits Frankreich eine Steuerprüfung für Google angeordnet und Ermittlungen aufgenommen. Details darüber sind aber nicht bekannt. Vor einigen Wochen hatte ein Google-Sprecher gegenüber der Presse verlauten lassen: "Wir stehen gegenüber unseren Anteilseignern in der Verpflichtung, eine effektive Steuer-Struktur aufzustellen. Sie entspricht den Regeln in allen Ländern, in denen wir geschäftlich tätig sind." Diese Aussage wurde nun gegenüber dem Guardian wiederholt. Die Länder an sich sitzen in der Klemme: Google zahlt nicht nur erhebliche Steuern, das Unternehmen stellt auch Tausende Arbeitsplätze zur Verfügung.

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