iPad an Bord: Alec Baldwin fliegt raus

„Bitte schalten Sie während des Starts alle elektronischen Geräte aus, bis Sie den Signalton hören.“ – so oder so ähnlich lautet die gängige Anweisung von Flugbegleitern, bevor der Flieger in die Luft geht. Hollywood-Star Alec Baldwin hat das wohl überhört, denn er spielte weiter auf seinem iPad und wurde kurzerhand des Flugzeugs verwiesen.

Daddeln auf dem iPad kann Rausschmiss aus dem Flieger bedeuten (Bild: ©Apple)
Daddeln auf dem iPad kann Rausschmiss aus dem Flieger bedeuten (Bild: ©Apple)

Ein Flugbegleiter hatte Alec Baldwin im Dezember beim Spielen auf dem iPad erwischt, woraufhin der Hollywood-Star das Flugzeug zu wechseln hatte. Baldwin twitterte, dass die Maschine wohl noch stillstand, und witterte, das ihn nicht wundere, „dass America Air bankrott gegangen“ sei. Ein Augenzeuge verwies auf beleidigendes Verhalten seitens Baldwin zum Flugpersonal – was aber auch immer vorgefallen sein mag: Warum sind elektronische Geräte beim Start und der Landung eigentlich nicht gestattet?

Gesetzliche Grundlage des Verbots von Passagierelektronik

Dass an Bord von Flugzeugen das Betreiben und Benutzen von Mobiltelefonen verboten ist, regelt das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) zusammen mit der Luftfahrzeug-Elektronik-Betriebsverordnung (LuftEBV). Als „Betrieb“ bezeichnet der Gesetzgeber das Verbinden oder den Kontakt von elektronischen Schaltkreisen von Geräten mit einer Energiequelle, was internes Weiterarbeiten von Geräten, beispielsweise Stumm- oder Bereitschaftsschaltungen, miteinschließt.

Begründet wird das Verbot – in aller Kürze erklärt - damit, dass elektromagnetische Energie abgestrahlt wird, die sich in der Flugzeugelektronik einkoppeln und dort zu Störungen führen kann (Inteferenz). „Kann“ heißt: Eine echte Gefahr rührt aus der Verwendung von Elektronik nicht – dennoch enthalten fast alle heutigen Geräte Hochfrequenzelemente, die potenziell strahlen können. Dass das nicht die primäre Eigenschaft eines solchen Geräts ist, verringert Risiken.

Die gesetzlichen Grundlagen entstanden, als elektromagnetische Verträglichkeitsprüfungen mit heutigen Standards noch nicht durchgeführt wurden und als moderne Funkstandards wie WLAN, GPS, LTE, UMTS oder Bluetooth teilweise noch nicht mal gedacht wurden. Man arbeitet mittlerweile daran, Flugzeuge nach heutigen Technologien zu überprüfen und Funkbetrieb im Flugzeug zu ermöglichen; gerade WiFi ist sehr im Gespräch.

Surfen über den Wolken: Ein Ausblick

Alles deutet darauf hin, dass künftig über den Wolken gesurft werden kann – schon im Jahre 2003 erklärte Boeing, Drahtlosnetzwerke in Flugzeugen hätte man bereits erfolgreich testen können, die anspruchsvolle Umgebung des Fliegers bedürfe allerdings noch Weiterentwicklungen. Diese sind mit einem hohen technischen Aufwand verbunden – und der kostet, sodass In-flight-Connectivity und –Entertainment erst sehr sporadisch angeboten wird: Seit 2008 setzen US-Airlines wie Delta oder Continental auf die Möglichkeit, während des Flugs Internet anzubieten.

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